Klodeckel des Tages

22. November 2015

Frankreich in der Täterrolle: Das ZDF erklärt Kindern den Islamismus

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Wieder einmal hat der Propagandakanal zugeschlagen. Und weil immer mehr Erwachsene das üble Spiel des ZDF durchschauen, sucht man sich seine Opfer nun unter den Kindern. Diese sind eine leichte Beute für einen Sender, dessen Treiben selbst die unverhohlene Demagogie in den Schatten stellt, die von staatsgelenkten Medien in Diktaturen ausgeht. Mitte der Woche wurde den jüngsten Fernsehzuschauern im Kinderprogramm des ZDF beigebracht, dass Frankreich im Grunde selbst schuld am islamistischen Terror sei. Nur zwei Minuten brauchten die Mainzer in ihrer ZDFtivi-Animation zu den Pariser Anschlägen, um Täter und Opfer zu vertauschen. Zwar nahmen die Verantwortlichen das Schurkenstück nach heftiger Kritik aus der Mediathek, doch wollte man sich in einer Stellungnahme nur zu dem Eingeständnis durchringen, der Beitrag könne „für sich betrachtet missverstanden werden“. Spätestens seit diesem erneuten Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag ist klar: Das Zweite pfeift auf seinen Programmauftrag – es will ein Weltbild vermitteln. Und in diesem ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam nicht vorgesehen. Wie anders wäre es zu erklären, dass das ZDF in seinen „Kindernachrichten“ nicht etwa den islamistischen Terror geißelt, sondern als Anwalt enttäuschter Muslime auftritt?

„Sie sind arbeitslos und wissen nicht, was sie tun sollen – und das macht sie wütend“, so die Stimme im Erklärstück. Und weiter: „Bei manchen geht die Wut so weit, dass sie im Namen ihrer Religion gewalttätig werden.“ Die unbedarften Kleinen erfahren sogleich warum: „Als einzige Hoffnung bleibt ihnen oft nur ihre Religion, meist der Islam. Dazu Erinnerungen, was die Franzosen früher in ihren Kolonien, also ihren Heimatländern, Schreckliches gemacht haben.“ Die Botschaft ist simpel und klingt für das schlichte Gemüt eines Kindes nur allzu gerecht: Nun rächen sich die Muslime für das Leid, das ihnen Frankreich angetan hat. Klare Worte fand dazu der Medienwissenschaftler Norbert Bolz: „Man bekommt den Eindruck, dass sich die Macher des Beitrags als Aufklärer aufspielen, aber einfach nur antikolonialistische und antikapitalistische Affekte wecken wollen.“ Besser kann man das, was sich immer ungenierter im ZDF abspielt, nicht beschreiben. Dabei versuchen die Staatsfunker penetrant, ihre veröffentlichte Meinung zur öffentlichen Meinung zu erklären. Als devote Steigbügelhalter der „Willkommenskanzlerin“ bombardieren sie uns fortwährend mit ihrer Propaganda. Zu dieser gehört, uns davon zu überzeugen, der Islamismus habe nichts mit dem Islam zu tun.

Doch die Negierung des Offensichtlichen ist eben keine Lösung. Das haben inzwischen selbst führende Grüne erkannt, denen man sicher keinerlei islamfeindliche Anwandlungen unterstellen mag. Gerade erst hat der grüne Bundesvorsitzende Cem Özdemir bekundet, er könne es nicht mehr hören, „wenn quasi ritualisiert erklärt wird, das alles habe nichts mit dem Islam zu tun“. Ein bemerkenswertes Statement, das kaum glaubwürdiger und unverdächtiger sein könnte, als aus dem Mund eines Migranten muslimischen Glaubens. Ganz zweifellos gibt es viele Millionen friedliche Muslime, wie es auch viele Millionen friedliche Christen, viele Millionen friedliche Buddhisten und viele Millionen friedliche Juden gibt. Aber es gibt eben eine beträchtliche Anzahl fanatischer Moslems, die im Namen ihrer Religion morden. Unter Christen, Buddhisten und Juden gibt es derartige Terrorbanden nicht. Stellen wir uns endlich der Wahrheit: Genauso, wie man etwa der Katholischen Kirche völlig zu Recht die Verantwortung für kindesmissbrauchende Priester zuweist, trägt der Islam die Verantwortung für mordende Islamisten. Solange die islamische Welt nicht glaubhaft gegen den Terror vorgeht, ist der Islamismus untrennbarer mit dem Islam verknüpft. Diesen Zusammenhang versteht sogar ein Kind.

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13. September 2015

„Auf der Flucht“: Das Propagandafest der grenzenlosen Peinlichkeiten

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Es war ein Abend zum Fremdschämen. Ein Griff ins Klo mit Ansage. Die als große Spendengala angekündigte ZDF-Sendung „Auf der Flucht“ darf getrost als größte mediale Fehlleistung des Jahres gewertet werden. Gerade einmal etwas mehr als 2 Millionen Zuschauer taten sich die gefühlsduselige Promischau an, die nichts zu bieten hatte – nicht einmal Unterhaltung. Der große Rest nahm das ZDF-Motto wörtlich und floh am Donnerstagabend zu anderen Sendern. Große Gefühle sollten die Herzen und Portemonnaies der Menschen öffnen. Dafür konnte beim Flüchtlingsjubel der Prominenten nicht dick genug aufgetragen werden. Moderiert wurde der zweistündige Hurra-Ruf auf die deutsche Willkommenskultur von Johannes B. Kerner – stets ein Garant für zielgruppenübergreifendes Kuschelfernsehen. Er sollte für den Höhepunkt der öffentlich-rechtlichen „Flüchtlingseuphorie“ sorgen. Doch das Publikum spielt nicht mehr mit. Ein Großteil der Zuschauer bekommt die ölige Willkommenssauce offenbar nicht mehr runter. Die wochenlange mediale Dauerbeschallung zeigt Wirkung. Allerdings nicht die, die man sich in den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Anstalten erhofft hatte. Die völlig überdrehte Mainzer Propagandamaschine stößt längst auch den wohlmeinendsten Zeitgenossen übel auf.

Das dümmlich-naive Hosianna-Gebrüll, mit dem die Sender uns Zuschauer seit Wochen quälen, geht vielen Menschen in diesem Land inzwischen mächtig auf die Nerven. Sie spüren, dass ihnen eine Scheinwelt vorgegaukelt wird, während die Politik die Kontrolle über die Situation verloren hat. Zwar redete man sich die Dinge im freitäglichen Polit-Barometer des ZDF noch schön, doch sprechen sich mehr als drei Viertel der Bürger inzwischen für Sachleistungen statt Geld an Asylbewerber aus und verlangen eine Ausweitung der „sicheren Herkunftsländer“, um den Zustrom jener zu stoppen, die ohne Chance auf Asyl ins engmaschige deutsche Sozialnetz schlüpfen wollen. Auch haben viele Menschen mittlerweile erkannt, dass das Asylrecht zur Farce verkommt, wenn am Ende doch fast jeder abgelehnte Antragsteller hier bleibt. Dem ZDF ist das egal. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und so werden die steigenden Zahlen der Zuwanderer weiter bejubelt – und die damit verbundenen Probleme konsequent ausgeblendet. In der deutschen Medienwelt spielt die Nachrichtenredaktion des ZDF heute jene unrühmliche Rolle, die die Grünen in der Politik innehaben. Die beharrliche Verzerrung der Wirklichkeit soll eine ausreichende Unterstützung für die irrwitzigsten ideologischen Vorhaben sicherstellen.

Begleitet wird dies von Dauer-Appellen an das schlechte Gewissen. Dabei verbittet man sich jegliche Kritik, die stets damit erstickt wird, dass abweichende Ansichten grundsätzlich als „rechts“ diffamiert werden. Und am liebsten vermeidet man sachliche Informationen, weil diese dem Ziel der Agitation zuwiderlaufen würden. So stellte das Institut für empirische Medienforschung gerade erst fest, dass der Anteil der Politikberichterstattung in den „heute“-Sendungen im August bei nur noch gut einem Drittel lag. Der Rest war „Flüchtlingseuphorie“. Zwar geben einer Forsa-Umfrage zufolge fast die Hälfte der Befragten an, die deutschen TV-Nachrichten seien ihnen zu problembeladen, doch ist dies keine Rechtfertigung dafür, in den Nachrichtensendungen weitgehend auf Nachrichten zu verzichten. Die Medienverantwortlichen machen sich zu Totengräbern der Demokratie, wenn sie nicht endlich aufhören, die Zuschauer zu täuschen und die Sender als ideologische Umerziehungsanstalten zu missbrauchen. Denn die Menschen sind nicht blöd. Immer mehr Bürger erkennen, dass sie schlecht regiert und einseitig informiert werden – egal, wie freundlich ihnen der nette Herr Kerner, die couragierte Frau Slomka oder der staatsmännische Herr Kleber die tägliche Propaganda servieren.

30. August 2015

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Staatsfunk nicht!

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Die Programme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sind zu Spartensendern geschrumpft. Monothematisch geht es nur noch darum, bestimmte Denk- und Verhaltensmuster in die Köpfe der Zwangsfinanzierer vor den Bildschirmen zu hämmern. Während der Nachrichtensendungen ebenso, wie in Reportagen, in Krimis oder im scheinbar so unverfänglichen Frühstücks-Plausch. Dabei verstehen ARD und ZDF ihren Bildungsauftrag längst als Erziehungsauftrag. Und nun brauchen sie dafür also wieder einmal mehr Geld. Der inzwischen „Beitragsservice“ genannte Konzern, der dem zahlenden Zuschauer paradoxerweise gar keinen Service anbietet, muss in den nächsten Jahren bis zu zwei Milliarden Euro mehr ranschaffen. Mit Zusatzinvestitionen in noch mehr Propaganda sollen offenbar Millionen nicht gefügiger Schäfchen zur Räson gebracht werden. Doch das stößt auf erheblichen Widerstand. Die Menschen in diesem Land sehen nicht mehr ein, warum sie für die ihnen verordnete tägliche Gehirnwäsche überhaupt noch bezahlen sollen. Seit der Umstellung von der Rundfunkgebühr auf die sogenannte Haushaltsabgabe im Jahr 2013 fließt pro Jahr fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in die Kassen. Zwar liegen die Mehrerträge auf einem Sperrkonto, doch das wollen die gierigen Senderbosse nun knacken.

ARD-Chef Lutz Marmor will sogar noch mehr. Da ihm auch die Milliardenspritze vom Sperrkonto nicht reicht, sollen noch einmal 100 Millionen pro Jahr her – vom Beitragszahler natürlich. Der ist nicht nur ein leichtes, wehrloses Opfer, an dem sich ARD und ZDF vergehen, so oft sie wollen. Er ist nach Meinung der Sender auch latent unsolidarisch. Neuzeitlich wurde allzu gerne an das schlechte Gewissen appelliert, doch auch vor härteren Bandagen schreckte man nie zurück. Jahrzehntelang drohte uns die ehemals im zackigen Stakkato als GEZ daherkommende Inkassofirma in martialischen Werbespots. Angst gemacht wurde uns dabei auch schon einmal von einem mit deutlichem Akzent sprechenden ausländischen Jugendlichen. Heute würde dies weite Teile der Anti-Diskriminierungsfront mit Atemlähmung und Herzstillstand dahinraffen. Die Ex-GEZ muss allerdings schon längst nicht mehr drohen, werben oder appellieren. Mit der „Haushaltsabgabe“ hat sie sich ein sprudelndes Perpetuum Mobile geschaffen. Doch wie in allen zwangsfinanzierten Systemen reicht auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern das Geld niemals aus. Mehreinnahmen schaffen stets nur noch größere Mehrausgaben – eine aus der Finanzierung unseres Staatswesens sattsam bekannte Unsitte.

Der Vorstoß des ARD-Vorsitzenden ist ungehörig, weil die Milliarden auf dem Sperrkonto den Sendern gar nicht für die Programmfinanzierung zustehen. Er ist aber vor allem instinktlos. Schlechter hätte das Timing der gierigen Wortmeldung nicht sein können. Gerade erst wollte der Aufschrei über die jüngsten Zensurbemühungen von ARD und ZDF ein wenig abebben, da bringen sich die Milliardenverschwender um das letzte bisschen Verständnis. Der sich ebenso wie seine private Konkurrenz zusätzlich werbefinanzierende Staatsfunk gerät unter immer größeren Rechtfertigungsdruck. Auch mit dem Programmauftrag lässt sich heute kaum mehr argumentieren. Denn ARD und ZDF unterscheiden sich von den führenden Privatsendern nur noch dadurch, dass ab und an über eine Randsportart berichtet und sonntags ein Gottesdienst übertragen wird. Gerade hat die RTL-Gruppe (RTL, Vox, n-tv) erstklassige Zahlen vorgelegt und einmal mehr bewiesen, dass Fernsehsender keinesfalls defizitär arbeiten müssen. Über drei Milliarden Euro an Werbeeinnahmen verfügt der Marktführer der „Privaten“, ein Drittel dessen, was ARD und ZDF pro Jahr von uns Beitragszahlern kassieren. Lassen Sie sich das nicht mehr gefallen! Keine Demokratie braucht einen Staatsfunk – schon gar keinen zwangsfinanzierten.

23. August 2015

Das Faschismus-Comeback: Meinungskontrolle und Medienzensur

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Deutschlands Medien befinden sich auf einem gefährlichen Pfad. In ihrem unbändigen Drang, bestimmte Denk- und Verhaltensmuster zu propagieren, hat sich die weit überwiegende Zahl der Journalisten in einen Teufelskreis begeben. Nur noch absolut unverfängliches Vokabular gestattet sich die Branche. Nicht mehr in erster Linie der Wahrhaftigkeit und Sorgfalt fühlen sich die Redaktionen verpflichtet, wie es der seit 1973 bestehende „Pressekodex“ fordert. Heute gilt es vor allem, keine religiösen oder weltanschaulichen Gefühle zu verletzen. Da darf die Wahrheit dann auch gerne einmal auf der Strecke bleiben. Die selbst auferlegte politische Überkorrektheit führt zwangsläufig zu einer immer uniformeren Berichterstattung zulasten der Meinungsvielfalt. Fast erinnern viele Meldungen inzwischen an das Arbeitszeugnis, aus dem man erst nach einiger Übung das Wesentliche zwischen den Zeilen herauszulesen vermag. Und die vom Presserat ausgegebene Selbstverpflichtung wird in vorauseilendem Gehorsam nicht selten übererfüllt. Ein regelrechter Wettbewerb der Political Correctness ist auf diese Weise entbrannt. Doch ganz nebenbei schaufeln sich die Gutmenschen der Radaktionsstuben dabei ihr eigenes mediales Grab.

Aber nicht nur Presse-, Rundfunk- und Fernsehrat (also vor allem Politiker) beschneiden die Pressefreiheit. Auch von vielen anderen Seiten erfolgt eine regelrechte Medienzensur. Was noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien, ist heute bittere Realität. Da reicht etwa der Wutbrief irgendeiner Frauenvereinigung, um eine missliebige Sendung aus dem Senderarchiv zu verbannen. So geschehen in dieser Woche. Eine vor einem Dreivierteljahr ausgestrahlte „Hart, aber fair“-Sendung, in der sich einzelne Diskussionsteilnehmer kritisch zum Genderwahn äußerten, löschten die Verantwortlichen aus der Mediathek. Nur gut, dass es Youtube & Co. gibt, so dass das digitale Gedächtnis nicht vollends umprogrammiert werden kann. Schwerer noch wiegt die Entscheidung der Redaktion von „Aktenzeichen XY“, aufgrund der „aktuellen Stimmungslage“ einen Fahndungsaufruf nicht auszustrahlen, da der gesuchte Vergewaltiger zufällig dunkelhäutig ist. Man wolle „kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern“, so die Chefredakteurin. Dass damit aber genau das Gegenteil erreicht wird, kam der besorgten Dame nicht in den Sinn. Es fällt schwer, sich zu entscheiden, welcher der beiden Zensurvorgänge dieser Woche unglaublicher und ungehöriger ist.

Denn einerseits spricht das unbeholfene Bemühen, nicht zu diskriminieren, dem Zuschauer jegliche Mündigkeit ab, andererseits erweist man ausgerechnet jenen einen Bärendienst, die man durch den vermeintlichen Schutzauftrag überhaupt erst in den Fokus der Diskussion rückt. Wenn eine Demokratie in dem Irrglauben lebt, sich nicht mehr anders zu helfen zu wissen, muss sie sich dringend grundlegend erneuern. Zu verantworten haben dies die selbsterklärten Hüter des Antirassismus, die über Jahre hinweg die Schlinge der Zensur immer enger um den Hals der Meinungsfreiheit gelegt haben. Zwar ruderte die „XY“-Redaktion nach wütenden Zuschauerprotesten noch am Freitag zurück und strahlt den Beitrag nunmehr am 2. September aus, doch der Schaden ist angerichtet. Wieder ist ein Stück Vertrauen in die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Medien verloren gegangen. Als wäre dies nicht genug, setzte das ZDF mit einer peinlichen Stellungnahme noch eins drauf: Man verstehe die Aufregung nicht, denn „Hautfarbe und andere Persönlichkeitsmerkmale eines mutmaßlichen Täters“ spielten bei der Entscheidung über eine Ausstrahlung keine Rolle. Selten so gelacht! Wer seine Zuschauer nicht nur für rassistisch, sondern auch noch für dumm hält, verdient die Höchststrafe – umschalten!

4. Januar 2015

13. Juli 2014

Auf den Spuren des ADAC: Der zwangsfinanzierte Betrug des ZDF

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Einmal mehr darf sich das ZDF mit der unvorteilhaften Auszeichnung „Klodeckel des Tages“ schmücken. Was in dieser Woche bekannt wurde, überrascht niemanden, der sich einmal mit Agenturen und ihren Tricks bei Gewinnspielen beschäftigt hat. Dass aber in diesem Fall die Redaktion selbst Hand anlegte, dürfte für Fans des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein Schlag ins Gesicht sein. Grund für den Betrug war das Bangen um die Einschaltquote. „Deutschlands Beste“ heißt die von Johannes Kerner moderierte Show, in der das Zweite ein Ranking der vermeintlich beliebtesten deutschen Prominenten aufstellte. Die Zuschauer hatten angeblich entschieden, dass die medial besonders gut präsentablen Herren Steinmeier und Beckenbauer vordere Plätze belegten. Auch die derzeit omnipräsente Helene Fischer rückte auf und gesellte sich zu SPD-Frontfrau Hannelore Kraft. Alles nur getürkt, wie sich nun herausstellte. Gleich im Dutzend wurde nach Belieben auf- und abgewertet, um Jene nach vorne zu bringen, mit denen sich das ZDF den größtmöglichen Zuschauerzuspruch für die teure Sendung erhoffte. Für den Finanzminister ging´s derweil steil bergab. Wer schaltet schon wegen Wolfgang Schäuble ein?

Schlimmer noch als der Betrug an sich wirkt dabei die Tatsache, dass man bei Bekanntwerden der massiven Manipulationen zunächst nur einräumte, „methodisch unsauber“ gearbeitet zu haben, um später scheibchenweise das ganze Ausmaß zuzugeben. In frischer Erinnerung ist noch der ADAC-Skandal, bei dem sich der Automobilclub in ähnlicher Weise einen Teufel um das Votum der eigenen Leser scherte. Vor allem, um neue Modelle deutscher Hersteller zu pushen und möglichst alle inländischen Automobilkonzerne in den „Top 5“ unterzubringen, wurde jahrelang systematisch beim „Goldenen Engel“ geschummelt. Müssen wir also auch beim ZDF von einem regelrechten System ausgehen? Es wäre naiv zu glauben, dass die nun aufgedeckte Manipulation ein Einzelfall ist. Ebenso dürfte das Vorgehen medienübergreifend Methode haben, weil Mitmachsendungen letztlich immer nur den Zwecken des Ausrichters dienen. Das ist nicht verwerflich, kriminell wird es allerdings, wenn der oft kostenpflichtigen Teilnahme entweder keine wirkliche Gewinnauszahlung gegenübersteht oder das Votum in den Papierkorb wandert.

Einer, der im Ranking nach vorne manipuliert wurde, bezog Mitte der Woche deutlich Stellung: Claus Kleber, auch schon „Klodeckel“-Preisträger, bezeichnete seine Redaktionskollegen als „Idioten“. Er war um elf Plätze nach oben geklettert, während die Nachrichten-Chefsprecher von ARD und RTL ähnlich weit nach hinten rutschten. Für das ZDF war es offenbar undenkbar, in der eigenen Show nicht den „heute-journal“-Moderator als beliebtesten Nachrichtenmann zu präsentieren. Besonders niederträchtig ist der ganze Vorgang vor dem Hintergrund der internen „Richtlinien für die Sendungen und Telemedienangebote“. In diesen hat man sich verpflichtet, dass die Berichterstattung „von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein“ muss. Diesen Vorsatz scheinen beim ZDF nicht viele allzu ernst zu nehmen. Für eine solche Feststellung, hätte es der Beschäftigung mit der Manipulations-Show allerdings nicht bedurft; hier genügt das Einschalten der Nachrichtenformate des Senders. Die Mitglieder des ADAC haben massenweise mit den Füßen abgestimmt und ihre Mitgliedschaft gekündigt. Der Staatsfunk verwehrt uns diese Option – so werden wir auch weiterhin genötigt, die Machenschaften der überführten Betrüger durch unsere Zwangsabgabe zu finanzieren.

8. Dezember 2013

Der Sturm im Wasserglas: Viel Wind im Kampf um die Quote

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Der „Klodeckel des Tages“ geht einmal mehr an das gebührenfinanzierte Fernsehen und dabei stellvertretend an den „ARD Brennpunkt“. Dass die GEZ-Ritter ihre Nachrichtenformate mehr und mehr mit Trivialitäten füllen, stößt nicht nur der ehemaligen „Tagesthemen“-Ikone Ulrich Wickert bitter auf. Der Mann, der dem ARD-Nachrichtenflaggschiff 15 Jahre lang ein Gesicht gab, dürfte wissen, wovon er spricht. Nicht nur er vermisst immer häufiger das Verständnis der Programmdirektoren für den Grundauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Diesem werden ARD und ZDF bestenfalls noch in einigen ihrer Spartensender gerecht, allerdings schamvoll versteckt und lieblos präsentiert. In den Hauptnachrichten der Konzernmütter tritt hingegen die Information zunehmend hinter die Unterhaltung zurück. Dies gilt besonders für das ZDF, bei dem die grafischen Mätzchen ebenso unangenehm auffallen wie die aufgesetzte Lockerheit der Studio-Duos. Der Boulevard regiert und kommt daher regelmäßig in Einspielern zu Wort, weil die „Stimme von der Straße“ offenbar im Mitmachfernsehen nicht mehr fehlen darf. All das ist noch recht belustigend im Vergleich zum unguten Gefühl, die Auswahl der „Nachrichten“ orientiere sich daran, ein bestimmtes Weltbild zu zementieren.

Als wären Propaganda und Schnickschnack nicht schlimm genug, fällt ein zunehmender Hang zum Sensationsjournalismus auf. Waren „Brennpunkte“ früher vor allem geschichtsträchtigen Ereignissen wie dem Mauerfall, dem Irak-Krieg oder dem Beinahe-Kollaps des Finanzsystems vorbehalten, reicht der nach Skandalen und Sensationen gierenden Unterhaltungsgesellschaft heute schon vergammeltes Fleisch, ein Bahnstreik oder das Wetter. Und gerade die Inflation der Sondersendungen zu mehr oder weniger interessanten Wetterkapriolen entwertet das „Brennpunkt“-Format immer weiter. Diesmal war es also ein Sturm. Natürlich werden Flug- und Bahnverkehr von derlei Wetterextremen beeinträchtigt. Und Überschwemmungen oder abgedeckte Dächer sind für die Betroffenen oft furchtbare finanzielle Tragödien. Aber lassen wir die Kirche doch mal im Dorf. Kaum gibt es einen verregneten Juli , fallen mal ein paar Schneeflocken oder steigt das Thermometer an drei Tagen in Folge über 30 Grad, erwacht der Übereifer der Redaktionen. Akribisch wird in den Archiven der Menschheitsgeschichte nach Vergleichbarem gekramt und jeder Passant in einem größtmöglichen Umkreis um das Epizentrum der herbeigeredeten Katastrophe vors Mikrofon gezerrt.

Und wo nichts zu berichten ist, wird eine vom Winde verwehte Reporterin minutenlang sinnlos per Live-Schaltung befragt, auf dass ihr wild flatterndes Haar und das Rauschen des Sturms den Zuschauer in Angst und Schrecken versetzen mögen. So geschehen am vergangenen Donnerstag, als der sichtlich bemühte Studiomoderator nicht einmal die wenigen Minuten „Brennpunkt“ mit Inhalt zu füllen vermochte. Da half es auch wenig, die bunt eingefärbten Strömungsfilme auf der Wetterkarte immer und immer wieder ablaufen zu lassen. Die Hälfte der Sendezeit war ohnehin einem Filmbeitrag gewidmet, in dem ein Landwirt im entlegensten Winkel Norddeutschlands in aller Seelenruhe mit seinem Enkel Holzlatten an die Fenster des am Meer stehenden Hauses nagelte. Die aufreizende Ruhe des alten Mannes, der schon die Sturmflut von 1962 erlebt hatte, musste den Programmmachern größtes Unbehagen bereiten. Im „Brennpunkt“ am Folgetag gab es ebenso wenig zu berichten. Viel Wind eben und hohe Pegelstände, aber keine Katastrophen. Letztlich ist das GEZ-finanzierte Abgleiten ins Profane natürlich ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und das ist die eigentliche Katastrophe, die längst mal einen „Brennpunkt“ verdient hätte.

9. Juni 2013

Der Hochmut der 4. Gewalt: Klebers Ausflug nach Nordkorea

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Eigentlich sollte der „Klodeckel“ diesmal an die Uni Leipzig gehen. Dort hatte das Rektorat Anfang Mai beschlossen, künftig nur noch die weibliche Bezeichnung für die Beschäftigten und Studierenden der Hochschule zu führen – egal, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt. Fördert schon das unsägliche „Gendering“ immer schwachsinnigere Begrifflichkeiten zutage, setzen die Leipziger nun mit dem feministischen Urknall dem wahnsinnigen Treiben die Krone auf. Der Preisträger dieser Woche war also fast schon gefunden. Doch dann kam Claus Kleber und löschte den letzten verbliebenen Funken Hoffnung darauf, dass die Basis journalistischer Arbeit der Wunsch nach Neutralität sein könnte. Er bekommt den „Klodeckel des Tages“ für seine Kritik an der ARD-Tagesschau, die er mit den Nachrichtensendungen „im koreanischen Fernsehen“ verglich. Es bedarf keiner besonderen Interpretationskunst, um zu schlussfolgern, dass hierbei Nordkorea gemeint war. Kleber mokierte sich über „das trockene Nachrichtenablesen“ seiner Kollegen. Dem „heute-journal“-Sprecher ist es zuwider, dass es immer noch Inseln professionellen journalistischen Wirkens gibt, von denen aus Nachrichten einfach nur übermittelt werden. Nicht auszudenken, wenn der Fernsehzuschauer durch eigenes Denken auf den Irrweg einer eigenen politischen Meinung geriete. Und wo bleibt da der große Auftritt des Moderators, der die Menschheit so gerne am Füllhorn seiner Weisheit teilhaben lassen möchte? Wie kann der Allwissende sicher sein, dass das Publikum auch den letzten Winkel seiner weltmännischen Eloquenz gemeinsam mit ihm bereist? Nein, einfach nur berichten, was es Neues gibt, ist Klebers Sache nicht. Derart profane Darbietungen erschüttern das Selbstverständnis des Mannes, der aufgrund seines Werdegangs wie kaum ein Zweiter für die hierzulande längst etablierte Unsitte des amerikanischen Nachrichtenstils steht. Dabei ist es geradezu grotesk, dass der simple Vortrag von Nachrichtenmeldungen zu banal sein soll, sich aber zugleich auch in den Magazinen der Öffentlich-Rechtlichen längst Auswahl und Präsentation der Nachrichten immer mehr am banalen Zeitgeist orientieren. Es scheint also eher darum zu gehen, die eigene Sicht auf die Welt zu etablieren. Nicht selten wird so aus der veröffentlichten Meinung irgendwann auch die öffentliche Meinung. Für die Nachrichtenformate des ZDF gilt dies in ganz besonderer Weise. Zwar hat auch die ARD ihre „Tagesthemen“, aber eben gottlob auch noch die gute alte „Tagesschau“. Natürlich gibt es auch dort keine vollkommene Objektivität, weil bereits die Auswahl und das Verfassen der Texte subjektive Einschätzungen bedingen. Doch der Erfolg zeigt, dass die Zuschauer sehr wohl Nachrichten ohne die persönliche Wertung des Moderators hören möchten. Da kann auch ein Claus Kleber wenig ändern, so gerne er das möchte. Der gibt sich unschuldig und will lediglich „moderieren und einordnen“, damit der Zuschauer die Nachrichten auch versteht. So, Herr Kleber, jetzt sag ich Ihnen mal was: Ich brauche Ihre „Einordnungen“ nicht. Schon gar nicht brauche ich eine Gehirnwäsche von einem linksverliebten Sender wie dem ZDF! Was fällt Ihnen eigentlich ein, sich zum Oberlehrer aufzuspielen, der uns dummen Zuschauern die Nachrichten erklären müsste? Gründen Sie doch eine Partei, vielleicht die „MdJ“ (Meinung durch Journalisten)? Oder stellen Sie sich auf eine Kiste auf den Marktplatz, um Ihre Meinung zu verbreiten. In den Nachrichtensendungen wollen wir, dass Nachrichten und Kommentar klar voneinander getrennt sind. Wir wollen uns selbst eine Meinung bilden. Das dürfen wir hier nämlich im Unterschied zu Nordkorea, Herr Kleber. Ob Ihnen das passt, oder nicht!

Und mehr zum groben feministischen Unfug finden Sie hier: „Uni Leipzig nennt Männer künftig Professorin“ (RP ONLINE, 05.06.2013)

26. Mai 2013

Wahlkampfunterstützung aus Mainz: ZDF lässt SPD jubeln

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Für die Exklusivausstrahlung der Halleluja-Orgie der SPD am vergangenen Donnerstag hat sich diesmal das Zweite Deutsche Fernsehen den „Klodeckel des Tages“ verdient. Über einen sogenannten Poolvertrag hatten sich die Mainzer zusammen mit dem öffentlich-rechtlichen Politik-Anhängsel Phönix die Übertragungsrechte an der Parteiveranstaltung gesichert. Satte zwei Stunden wurde live und exklusiv gesendet, wie ein Redner nach dem anderen die SPD hoch leben ließ. Da machten selbst die Vertreter der anderen Parteien gute Miene zum bösen Spiel und sangen das Loblied mit – frei nach dem Motto: Wenn wir schon keine eigene Bühne erhalten, verschaffen wir uns eben hier einen Auftritt. Im mondänen Leipziger Gewandhaus und unter Mitwirkung hochkarätiger Musiker wie jenen des Leipziger Symphonieorchesters übertrug das ZDF eine SPD-Werbeveranstaltung vom Feinsten. Natürlich zahlte die SPD für ihren Hurraruf selbst, zumindest übernahm sie ihre eigenen Organisationskosten. Doch hat das Event sicher doppelt soviel Spaß gemacht, weil es bundesweit live übertragen wurde. Und hierfür zahlte das ZDF allein. Oder anders formuliert: Mit dem Geld aller Gebührenzahler wurde ein zweistündiger SPD-Wahlwerbespot ausgerechnet im Bundestagswahljahr 2013 gesendet! Ein Tiefschlag für alle Fans einer ausgewogenen Medienberichterstattung. Wie konnte das passieren? Und was bedeutet dies für die anderen politischen Parteien? Kann die CSU nun darauf bestehen, ihre parteiinterne Fingerhakel-Meisterschaft in Eggenfelden live übertragen zu bekommen? Füllen die Feierlichkeiten rund um die Kranzniederlegung der Linken am Rosa-Luxemburg-Mahnmal demnächst die kostbare Sendezeit am Samstagabend? Dürfen CDU und FDP erwarten, dass ihre kommenden Koalitionsverhandlungen durchgehend gesendet werden, oder müssen sie doch Werbeblöcke vor 20 Uhr akzeptieren? Fragen, die niemand beantworten will – und auch nicht sollte. Es ist schlicht ein Skandal, wie sich hier ein öffentlich-rechtlicher Sender zum willfährigen Komplizen einer Partei gemacht hat, der nur etwa ein Viertel der Deutschen überhaupt gewogen sind. Wann dürfen die übrigen 75% über die Verwendung ihrer Gebührengelder im Wahlkampf entscheiden? Das ZDF weist alle Schuld von sich und zeigt mit dem Finger auf die private Konkurrenz, die sich ja hätte beteiligen können, es aber offenbar nicht wollte. Ob dies so stimmt, sei dahin gestellt – nachdenklich sollte es die hoffentlich inzwischen ausgenüchterten SPD-Helden aber doch stimmen, dass außer ihren Steigbügelhaltern vom Lerchenberg niemand die Schmonzette senden wollte. Letztlich wird es ihnen egal sein, weil sie sicher sein können, dass mit der ZDF-Übertragung auch noch der letzte Winkel analogen Antennenfernsehens hinter der höchsten Hecke in diesem Land mit ihrer grellen Show ausgeleuchtet worden ist. Aber nicht nur rund um das Geburtstagsständchen gibt es Ungereimtheiten – auch beim Titel seiner Jubelarie („Happy Birthday SPD! – Festakt zum 150-jährigen Jubiläum“) hat das ZDF arg geflunkert. Im Trubel der Feierlichkeiten geht nämlich unter, dass die SPD selbst gar kein 150. Jubiläum feiern kann. Sie ist als Partei erst 138 Jahre alt. Der 23. Mai 1863 markiert hingegen die Begründung der Sozialdemokratie durch Ferdinand Lassalles „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“, der gegen das liberale Bürgertum aufbegehrte. Der Kampf gegen den Liberalismus ist es, der die Sozis von damals und heute verbindet. Ist das wirklich ein Grund zum Feiern?

Lesen Sie hierzu auch: „ZDF: Kein Geld an SPD gezahlt“ (RP ONLINE, 25.05.2013)

16. Dezember 2012

Das Flaggschiff kentert: Gott, wo ist der Schalk geblieben?

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Wetten, dass es diese Sendung bald nicht mehr gibt, wenn Markus Lanz nicht schnell die Kurve kriegt? Ihm zuzusehen und vor allem zuzuhören tut mittlerweile schon richtig weh. Sein dritter Versuch geriet noch weniger unterhaltsam als die beiden ersten, das Gemisch aus Langeweile und Fremdschämen war nur schwer zu ertragen. Der smarte Südtiroler wird über die Feiertage in sich gehen, dem „Klodeckel“ entgeht er deshalb aber nicht. Was sich da am vergangenen Wochenende in Freiburg vor nur noch 8,9 Millionen Fernsehzuschauern zutrug, umschrieb die SZ treffend mit „lanzweilig“. Und auch die Zuschauerreaktionen reichten von „wenig gelungen“ über „verkrampft“ bis „peinlich“. Ein Jahr zuvor versammelten sich zu Thomas Gottschalks Abschied noch mehr als 14,7 Millionen Menschen vor dem Fernseher. Zwar hatte auch der „ewige Gottschalk“ in den Sendungen davor das tiefe Tal der Tränen durchschritten und mehrfach magere Quoten erzielt, doch muss man trotz aller damaligen Kritik heute nüchtern feststellen, dass zwischen ihm und seinem Nachfolger Welten liegen. Wo Lanz den immer gut gelaunten Allesversteher gibt, der sich mit penetrant zur Schau gestelltem Interesse als investigativer Journalist versucht, passte Gottschalks uninformierte Oberflächlichkeit viel besser zu einer Show, in der es vor allem darum geht, Stars und Sternchen mit ihren aktuellen Projekten möglichst gut in Szene zu setzen. Dabei hätte alles so schön werden können. Die Verantwortlichen des ZDF hatten so manchen Gebühren-Euro springen lassen, um ihrem neuen Frontmann auf dem Unterhaltungs-Flaggschiff jeden erdenklichen Rückenwind zu geben. Internationale Stars auf Couch und Bühne ließen in den ersten beiden Sendungen kaum Wünsche offen. Doch anders als sein Vorgänger fühlt sich Lanz nicht so zuhause in der „Bussi-Bussi-Welt“ Hollywoods, und seine Gäste spüren das. Hale Berry und Tom Hanks jedenfalls kommen sicher nicht wieder. Waren diesmal zumindest die Musikgäste hochkarätig, musste das Sofa schon mit der dritten deutschen Reihe aufgefüllt werden. Internationale Stars Fehlanzeige! Auch die Wetten waren nicht übel, doch nervt Lanz seine Wettkandidaten mit unablässigem Palaver, wo Gottschalk schlagfertig Pointen setzte. Davon vor allem lebte „Wetten, dass..?“ früher. Eines muss man Markus Lanz immerhin attestieren: Er tritt seinen Gästen bestens vorbereitet gegenüber. Das ist schön für den abendlichen Spättalk, passt aber nicht recht zu einer Unterhaltungssendung, deren Sinn darin besteht, sich für ein paar Stunden staunend verzaubern zu lassen. Lanz droht schneller wieder vom neuerdings rotierenden Studiosofa zu fliegen als seinerzeit der neunmalige Gottschalk-Statthalter Wolfgang Lippert. Er muss sich rasch steigern – Thomas Gottschalk ist ja erst 62.

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