Klodeckel des Tages

19. Oktober 2014

„Heiliger Krieg“ in der Lok: Die GdL hat keiner mehr lieb

Filed under: Tagesthema — Liberale Warte @ 14:30
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Wirklich abenteuerlich, was unsere in die Jahre gekommene Demokratie inzwischen so alles zulässt. Längst gehört es zum Alltag, dass kleinste Gruppierungen Staat und Gesellschaft als Geiseln nehmen. Fast immer geht es dabei angeblich um Gerechtigkeit. Vor allem um soziale Gerechtigkeit, an der es nach dem Verständnis der Gleichmacher in Deutschland so furchtbar mangelt. Durch alle Lebensbereiche zieht sich das Erpressungspotential der selbsternannten Gerechtigkeitskämpfer. Und sie kennen nur ein Ziel: Das Durchsetzen ihres ganz persönlichen Vorteils – koste es den Rest der Gesellschaft, was es wolle. Jedes Maß ist verloren gegangen, weil das gehirngewaschene Volk inzwischen wirklich glaubt, es gäbe nur noch Benachteiligte. Da solidarisiert man sich lieber, ohne das Ansinnen zu hinterfragen, denn man könnte ja selbst mal ein egoistisches Anliegen durchsetzen wollen. Vernunft ist da fehl am Platz, der gesunde Menschenverstand sowieso. Indem wir uns haben einreden lassen, immer mehr Wohltaten führten zu totaler Gerechtigkeit, haben wir zugelassen, dass die Grundpfeiler der Demokratie, die diese ein halbes Jahrhundert getragen haben, innerhalb nur eines Jahrzehnts von vielen egoistischen Kleingruppen zerschlagen worden sind. Schon Rom ist daran zugrunde gegangen.

Aktuell sind es die Lokführer, die unsere Nachgiebigkeit für ihre Zwecke ausnutzen. Damit wir uns nicht missverstehen: Sie tun nichts Illegales, das Streikrecht ist auf ihrer Seite. Allerdings stammt dieses aus dem vergangenen Jahrhundert, als es gute Gründe gab, die Rechte von Arbeitern und Angestellten gegenüber Unternehmen zu stärken. Es fehlte vor allem an der tariflichen Mitsprache, gab nur unzureichende Mindeststandards für den Arbeitsplatz, keine Antidiskriminierungsgesetze und nicht einmal einen anständigen Kündigungsschutz. Doch die Ziele der Gewerkschaftsbewegung der 1970er Jahre sind längst erreicht. Brauchen wir also Gewerkschaften noch? Oder besser: Müssen wir sie als Gesellschaft noch hinnehmen? Im 21. Jahrhundert ist es zumindest an der Zeit darüber nachzudenken, wie viel Macht wir diesen Organisationen noch zubilligen. Die Arbeitswelt ist heute in jeglicher Hinsicht reguliert und bietet den Beschäftigten quasi einen Vollkaskoschutz. Selbst die Höhe der Mindestlöhne wurde inzwischen festgelegt. Aber zu viel kann man ja nie bekommen, also wird immer weiter munter drauflos gestreikt. Einfach nicht weiterarbeiten, bis der Arbeitgeber sich nicht länger erpressen lassen will und nachgibt.

Skurrile Blüten treibt das Ganze inzwischen bei den Lokführern, die von der Deutschen Bahn auch während ihres Ausstands weiterbezahlt werden, obwohl sie gleichzeitig Zahlungen aus der Streikkasse der Gewerkschaft bekommen. Diese werden am Ende zwar angerechnet, doch zunächst einmal macht der Streik die Arbeitsunwilligen zu Doppelverdienern. Und dies, obwohl sie – gemessen an ihrer Aufgabe – schon mit einfachem Lohn ordentlich bezahlt werden. Ein Anfangsgehalt von über 2.500 Euro, über das sich die ohne besondere Berufsvoraussetzungen angelernten Schulabgänger freuen dürfen, hätten Pflegekräfte und Erzieherinnen gerne. Aber lieber messen sich die Lokführer mit den Piloten, mit denen sie zumindest die Streikfreudigkeit verbindet. Wie sehr sich die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) inzwischen ins Abseits manövriert hat, erkennt wohl nur ihr Vorsitzender Claus Weselsky nicht. Die Deutsche Bahn sieht einen „Amoklauf“, der ehemalige GdL-Vorsitzende Manfred Schell verurteilt Weselskys „Heiligen Krieg“ und selbst die tiefrote Arbeitsministerin Nahles droht mit Entmachtung. Den „Klodeckel des Tages“ darf Claus Weselsky deshalb als Andenken an seine auf das Abstellgleis zurollende Lokführer-Gewerkschaft betrachten.

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5 Kommentare »

  1. Steht auf für den Weltfrieden ! –
    Stand up for world peace ! –
    Вставайте за мир во всем мире !

    Hallo zusammen,

    wenn ihr keine Chemtrail’s wollt, ein anderes Geldsystem, Frieden
    in Europa und dem mittleren und nahen Osten, eine UNO die nicht
    von fünf Ländern bestimmt wird ……. ja dann …..

    …. ändern sich die UNO-Statuten und damit die Entscheidung der
    fünf Hauptalliierten (dann kann die Mehrheit der Völker der Welt
    bestimmen), das Bretton-Woods-Abkommen von 1944,
    (Abmachung über den Dollar als Weltwährung) der Internationale
    Währungsfond, IWF usw. und damit das weltweite Währungssystem !!

    Voraussetzung ist einzig: Das Deutsche Reich mit seinen
    Bundesstaaten aus der Zeit vor 1914 bekommt für den WK I
    und die Fortsetzung des WK II ab 1939 den Friedensvertrag!
    Alle Verträge von damals sind dann obsolet !

    Wir wären frei und wieder souverän und die Welt befreit.

    Alles was die Welt in Fesseln hält ist in den Verträgen der
    Alliierten vor und nach dem WK II zu suchen. Auch das SHAEF-
    Gesetz gehört dazu !!

    Ohne Friedensvertrag werden wir kein souveränes Land und
    bleiben die Kolonie der Alliierten. (Hauptalliierter die USA)

    Ohne Friedensvertrag sind mit uns laut SHAEF-Vertrag von
    1944 alle von Deutschland und den Alliierten besetze
    Gebiete noch unter Kriegsrecht. Dazu gehört auch die
    Ukraine. (SHAEF-Vertrag Art. 52 Kontrolle und Beschlagnahmung
    von Vermögen) !!

    Mit einem Friedensvertrag fällt die Feindstaatenklausel der UNO
    weg. Es gibt dann keine Veto-Mächte mehr – sondern nur noch
    Mehrheitsentscheidungen der Länder dieser Erde !!

    Вставайте за мир во всем мире!
    Russische Version

    Steht auf für den Weltfrieden !
    Deutsche Version:

    Stand up for world peace
    Englische Version:

    Eine Information der Gemeinde Neuhaus in Westfalen –
    Spread this message ! – Распространяй это послание !
    Bitte weiterverbreiten – weiterleiten ……. Gruß matthias

    Gefällt mir

    Kommentar von matthias — 20. Oktober 2014 @ 16:18 | Antwort

  2. Irgendwo ist das schon Richtig. Eine Minderheiten-Gewerkschaft streikt und das Resultat ist fast so schlimm wie ein Generalstreik.
    Das Problem ist, dass ein Generalstreik den Deutschen mal ganz gut tun würde. Da hätte vielleicht auch Pflegekräfte und Erzieherinnen etwas davon. Nur dazu müssen sich einmal alle aufraffen. Was die GdL da macht hat ähnliche Konsequenzen für die Wirtschaft. Bringt aber nur dieser kleinen Minderheit etwas.
    Und genau deswegen kotzt mich die GdL an!

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    Kommentar von 50Pf — 19. Oktober 2014 @ 22:17 | Antwort

  3. Der Hintergrund ist der, dass die Deutsche Bahn AG nur mit den Funktionären der DGB – Gewerkschaften mauscheln will und die GDL nicht als Verhandlungspartner für das Bordpersonal akzeptieren will: Die Deutsche Bahn AG blockiert!
    http://www.gdl.de/Aktuell-2014/Pressemitteilung-1413528270
    (Ich bin kein Eisenbahner oder dergleichen, aber nachdem ich mit der Bahn und insbesondere Stuttgart 21 befasst habe, weiß ich, das der Zug für deutsche Bahntechnologie/Infrastruktur leider schon längst abgefahren ist.)

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    Kommentar von osbek — 19. Oktober 2014 @ 21:52 | Antwort

  4. Mir auch!!!!!!

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    Kommentar von Durchblicker — 19. Oktober 2014 @ 21:13 | Antwort

  5. […] “Heiliger Krieg” in der Lok: Die GdL hat keiner mehr lieb […]

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    Pingback von “Heiliger Krieg” in der Lok: Die GdL hat keiner mehr lieb | Der Blogpusher — 19. Oktober 2014 @ 14:48 | Antwort


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